Prachuap Khiri Khan 14.-16.10
16.
Ziemlich zielstrebig gehen wir unser heutiges Tagesziel an: To the top of Monkey Mountain. Vergeblich habe ich nach einem goldenen Ross gesucht, deswegen müssen die Wanderschuhe reichen. Auch ein Laser war nicht mehr zu kriegen, so dass ich jetzt als gestiefelter Wanderer mit LED-Lampe to the top gehe. Auch gut…
Auf dem Weg zum Militärgelände decken wir uns mit Wasser, Erdnüssen und Crackern ein. Das wir bei ca. 35°C wie blöde schwitzen werden ist uns bewusst, aber egal. Mit dem Wachsoldaten sind wir inzwischen per du, so dass der Gipfelbesteigung nichts mehr im Weg steht. Nach 30 Min. Fußmarsch sind wir am Fuß des Berges und gucken noch mal kurz die Affen an, bevor wir losgehen. Anfangs gibt es noch schnieke betonierte Treppen, dann wird es spannender und steiler. Auf der Hälfte der Strecke ist eine Höhle deren Ausmaß sich von außen nicht erahnen lässt. Gut das ich am helllichten Tage eine Taschenlampe dabei habe. Wir trotzen der Dunkelheit und stellen fest, dass die Höhle erstaunlich groß ist.
Der „Weg“ besteht in zwischen nur noch aus einem alten Seil an dem man sich eigentlich nicht festhalten möchte.
Nach ca. 1,5 Stunden, einem klitschnassen Hemd und anderthalb Liter weniger Wasser haben wir den Tempel auf dem Gipfel erreicht. Der Ausblick ist überragend und entschädigt für alle Anstrengungen. Geil!
Der Abstieg ist deutlich leichter und auch der Weg nach Hause ist schnell geschafft.
Obwohl wir heute Abend um 23.56h den Zug nach Trang nehmen, dürfen wir unser Zimmer noch bis 18:00h belegen und können duschen! Dann geht es zum Proviant kaufen und essen auf dem Markt. Der Night Market auf dem wir die letzten Tage immer unser essen gekauft haben ist leider nicht mehr da, aber das Essen schmeckt trotzdem.
Zurück im bei Lilys Guesthouse heißt es warten, warten und warten. Wir schreiben Karten, surfen im Netz und spielen Schach. Um 23.00h ist es endlich soweit und Lily bringt uns und 5 andere Gäste zum Bahnhof. Die Überraschung: der Zug hat läppische 2 Stunden Verspätung. Unsere Laune verschlechtert sich weiter, die Aussicht auf eine Nacht im Zug war schon semicool, aber jetzt noch am ewig am Bahnhof zu warten ist nervig. Die einsetzende Müdigkeit tut ihr übriges. Als der Zug endlich kommt, sind wir uns einig, dass wir beide versuchen werden zu schlafen, an die ursprüngliche Planung, dass Einer immer auf das Gepäck aufpasst wird, ist nicht mehr zu denken.
In den wenigen Momenten in denen ich schlafe Träume ich von der Deutschen Bahn, bei der man jetzt 50% des Ticketpreises wiederbekommen würde, wenn ich wach bin habe ich Nackenschmerzen und denke an ein gemütliches Bett…
Als wir in Trang ankommen hat der Zug ganze 5 Stunden Verspätung. Egal, wir organisieren uns einen Minibus Richtung Küste. Im Lonely Planet ist ein Resort angegeben, welches Bungalows für 300Baht pro Nacht anbietet. Wir finden es ohne große Probleme und der Preis stimmt tatsächlich, allerdings sind die Bungalows nicht nur billig, sondern auch dreckig, ekelig und ohne richtige Dusche, geschweige denn Waschbecken. Die Matratze entpuppt sich als einfaches Holzbrett über das eine dünne Decke gelegt ist.
Am nächsten Morgen beschließen wir gleich weiter zu ziehen, obwohl der Strand der keine 50m vom Strand entfernt ist und bei Sonnenschein ganz schön aussieht.
Die Entscheidung weiter zu reisen entpuppt sich als goldrichtig. Mit einem Longtail Boat fahren wir auf die Insel „Ko Muk“. Die Überfahrt kostet 300Baht p. P. und dauert ca. 20Min. Auf Ko Muk nehmen wir ein Tuk-Tuk, das uns zu nach kurzem Zwischenstopp zum „Rubber Tree Resort“ bringt. Dort nehmen wir wieder einen Bungalow für 300B p. Nacht. Dieser ist allerdings wesentlich komfortabler und sauberer. Am Abend lernen wir die zwei Französinnen Caro und Anais kennen, mit denen wir gleich einen Bootstrip für den nächsten Tag planen.
Der Ausflug ist super. Erst fahren wir zu einer kleinen Insel um zu Schnorcheln und anschließend geht es zum Highlight Ko Muks, der „Emerald Cave“. Hierbei handelt es sich um eine kleine Lagune, die man nur durch einen 80m langen, dunklen, Tunnel vom Meer aus erreicht. Die Lagune ist wunderschön und der Weg durch den Tunnel ein echtes Erlebnis.
Am 20.10. machen wir mit Caro und Aniais eine Wanderung zu einem kleinen Strand, den unser „Hotelmanager“ uns empfohlen hat. Die Wanderung geht mitten durch den Wald und der Pfad lässt sich teilweise nur erahnen. Der Strand an sich ist eine einige Enttäuschung: voll mit Plastikmüll und steinig, so dass man nur mühsam ins Wasser kommt. Die versprochenen Schnorchelmöglichkeiten sind ebenfalls eher dürftig: das Wasser ist so trüb, dass man kaum etwas sieht.
Der Abend im resorteigenen Restaurant ist dafür umso lustiger. Yannik hat unsere Musik auf den Rechner an der Musikanlage kopiert, so dass wir den ganzen Abend Peter Fox, Kings of Leon, Paul Kalkbrenner und andere uns gut bekannte Interpreten hören. Außerdem gesellen sich an unseren Tisch noch zwei deutsche Weltenbummler und ein Belgier, der ebenfalls viel zu erzählen hat. Sehr geil.
Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Ko Muk, einer wunderschönen Insel, die nach zwei Tagen allerdings nichts neues mehr bieten kann. Mit Anais und Caro haben wir ein Longtail boat nach Ko Lanta gemietet. Als Überraschungsgäste sitzen noch zwei Deutsche mit in „unserem“ Boot. Da der Preis pro Person so aber auf 500B sinkt, nehmen wir diese Gesellschaft in Kauf. Die beiden Frankfurter (leider sind sie uns auf der Insel schon ein paar Mal begegnet) sind nicht besonders sympathisch. Der Eine bringt kaum ein Wort über die Lippen, der Andere hat schon alles auf der Welt gesehen und weiß deshalb wo es am schönsten ist. Nach kurzer Rechnerei stellt er fest, dass er mit seinen 33 Jahren theoretisch unser Vater sein könnte. Findet er „schon krass“. Ansonsten ist die Bootsfahrt wirklich cool, die 1,5 Stunden vergehen schnell und in Ko Lanta nehmen wir zu 6 einen Pickup, so dass jeder nur 65B bezahlen muss. Caro und Anais verlassen uns gleich am Pier im nächsten Ort um direkt nach Ko Phi Phi weiter zu reisen, die beiden Deutschen kurz danach. Uns bringt der Pickup direkt zu den Bungalows, die wir uns im Lonely Planet rausgesucht haben. Der angegebene Preis von 300B ist wieder richtig. Die Bambusbungalows liegen 20m vom Meer entfernt und sind sehr idyllisch. Wir beschließen ein bisschen länger in Ko Lanta zu bleiben, auch wenn es deutlich touristischer ist, als die Orte an denen wir vorher waren.
Ein bisschen chillen muss auch mal sein…